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Die Prostata-Massage wird in zwei sehr unterschiedlichen Kontexten erwähnt: als medizinischer Eingriff und als Teil des Sexuallebens. Es handelt sich nicht um dasselbe, aber da die Anatomie und die Vorsichtsmaßnahmen dieselbe sind, ist es sinnvoll, sie gemeinsam zu erklären.
Die Prostata ist eine walnussgroße Drüse, die unterhalb der Harnblase, etwa am Beginn der Harnröhre, liegt. Ihre Rückseite liegt an der Vorderwand des Dickdarms an, ungefähr 5 bis 7 cm von der Harnröhrenmündung entfernt. Daher ist sie durch den After mit dem Finger tastbar, und der Arzt kann ihre Größe und Oberfläche bei einer digital-rektalen Untersuchung ertasten.
Die Prostata produziert einen Teil der Samenflüssigkeit. Sie ist reich an Nervenfasern, was erklärt, warum Druck auf sie bei manchen Männern ein angenehmes Gefühl auslöst.
Die Prostata-Massage war ein gängiges Verfahren bei chronischer Prostatitis, insbesondere beim chronischen Beckenschmerzsyndrom. Ziel war es, die Ausführungsgänge der Drüse mechanisch zu entleeren und dadurch die Symptome zu lindern.
Eine faire Bewertung der heutigen Beweislage: Die Ergebnisse sind gemischt und schwach. Kleinere Studien zeigten zwar eine Besserung durch die Kombination von Massage und Antibiotikum, doch es gibt nur wenige qualitativ hochwertige randomisierte Studien, und die Behandlung wird in den Leitlinien nicht mehr als Standardtherapie empfohlen. Sie ist zwar nicht schädlich, hat aber nicht mehr die einst versprochene Wirkung.
Zur Diagnostik wird die Prostata weiterhin regelmäßig abgetastet, d. h. mittels digitaler rektaler Untersuchung, um Größe, Symmetrie und Härte der Drüse zu beurteilen.
Dies ist der Teil, der am häufigsten übersprungen wird, und er ist der einzige, der wirklichen Schaden anrichten kann.
Wenn es nach dem Eingriff zu Blutungen, starken Schmerzen oder Fieber kommt, sollte man nicht abwarten, bis diese Symptome von selbst verschwinden.
Die Grundregeln sind die gleichen, egal ob es sich um Ihre eigene Darbietung oder die eines Partners handelt.
Schmerzen sind kein Zeichen dafür, dass die Behandlung wirkt. Schmerzen sind ein Zeichen dafür, dass sie abgebrochen werden sollte.
Bei manchen Männern löst die Stimulation der Prostata ein extrem intensives Gefühl aus, bei anderen einen Orgasmus ohne Berührung des Penis. Bei wieder anderen bewirkt sie fast gar nichts. Beide Reaktionen sind häufig und kein Anzeichen für gesundheitliche Probleme.
Falls Hilfsmittel verwendet werden, sollten diese über einen ausgeprägten Sockel verfügen, der das Eindringen von Fremdkörpern im Ganzen verhindert. Dies ist keine übertriebene Vorsichtsmaßnahme, sondern der häufigste Grund für Notaufnahmen in diesem Zusammenhang.
Es ersetzt keine Untersuchung. Es behandelt keine vergrößerte Prostata, senkt nicht den PSA-Wert und beugt keinem Prostatakrebs vor. Bei Schwierigkeiten beim Wasserlassen, schwachem Harnstrahl, häufigem nächtlichem Harndrang oder Blut im Urin ist eine urologische Untersuchung ratsam, nicht eine Massage.
Das Gleiche gilt für Erektionsprobleme. Sie können ein frühes Anzeichen für Gefäßerkrankungen oder Diabetes sein, worüber wir in dem Artikel geschrieben haben. Erektile Dysfunktion und ihre Ursachen.