Prostata-Massage: Wozu dient sie, wie wird sie durchgeführt und wann sollte man sie vermeiden?

Die Prostata-Massage wird in zwei sehr unterschiedlichen Kontexten erwähnt: als medizinischer Eingriff und als Teil des Sexuallebens. Es handelt sich nicht um dasselbe, aber da die Anatomie und die Vorsichtsmaßnahmen dieselbe sind, ist es sinnvoll, sie gemeinsam zu erklären.

Wo befindet sich die Prostata und warum ist sie überhaupt zugänglich?

Die Prostata ist eine walnussgroße Drüse, die unterhalb der Harnblase, etwa am Beginn der Harnröhre, liegt. Ihre Rückseite liegt an der Vorderwand des Dickdarms an, ungefähr 5 bis 7 cm von der Harnröhrenmündung entfernt. Daher ist sie durch den After mit dem Finger tastbar, und der Arzt kann ihre Größe und Oberfläche bei einer digital-rektalen Untersuchung ertasten.

Die Prostata produziert einen Teil der Samenflüssigkeit. Sie ist reich an Nervenfasern, was erklärt, warum Druck auf sie bei manchen Männern ein angenehmes Gefühl auslöst.

Medizinischer Kontext: Was wurde von ihr erwartet?

Die Prostata-Massage war ein gängiges Verfahren bei chronischer Prostatitis, insbesondere beim chronischen Beckenschmerzsyndrom. Ziel war es, die Ausführungsgänge der Drüse mechanisch zu entleeren und dadurch die Symptome zu lindern.

Eine faire Bewertung der heutigen Beweislage: Die Ergebnisse sind gemischt und schwach. Kleinere Studien zeigten zwar eine Besserung durch die Kombination von Massage und Antibiotikum, doch es gibt nur wenige qualitativ hochwertige randomisierte Studien, und die Behandlung wird in den Leitlinien nicht mehr als Standardtherapie empfohlen. Sie ist zwar nicht schädlich, hat aber nicht mehr die einst versprochene Wirkung.

Zur Diagnostik wird die Prostata weiterhin regelmäßig abgetastet, d. h. mittels digitaler rektaler Untersuchung, um Größe, Symmetrie und Härte der Drüse zu beurteilen.

Wann sollte man keine Prostata-Massage durchführen?

Dies ist der Teil, der am häufigsten übersprungen wird, und er ist der einzige, der wirklichen Schaden anrichten kann.

  • Akute bakterielle Prostatitis. Das ist absolut tabu. Bei akuter Entzündung können durch Massage Bakterien in die Blutbahn gelangen und eine Sepsis auslösen. Diese äußert sich durch plötzliches Auftreten, Fieber, Schüttelfrost und starke Schmerzen beim Wasserlassen. In diesem Fall sollten Sie einen Arzt aufsuchen, nicht zu einer Massage.
  • Bekannter oder vermuteter Prostatakrebs. Der Arzt entscheidet über jegliche Berührung.
  • Hämorrhoiden im akuten Stadium, Analfissuren, entzündliche Darmerkrankungen. Das Risiko von Verletzungen und Infektionen ist erhöht.
  • Kürzlich durchgeführte Operation an der Prostata, dem Rektum oder dem Becken.

Wenn es nach dem Eingriff zu Blutungen, starken Schmerzen oder Fieber kommt, sollte man nicht abwarten, bis diese Symptome von selbst verschwinden.

Wie wird es durchgeführt, wenn keine Hindernisse vorhanden sind?

Die Grundregeln sind die gleichen, egal ob es sich um Ihre eigene Darbietung oder die eines Partners handelt.

  • Kurze, gepflegte Fingernägel und gewaschene Hände. Ein Handschuh ist die einfachste Lösung und wird empfohlen.
  • Reichlich Gleitmittel. Der Enddarm befeuchtet sich nicht selbst. Ein wasserlösliches Gleitmittel eignet sich für Latexhandschuhe und Kondome, weil Öl schädigt Latex.
  • Darm entleeren und Entspannung. Der Eingriff erfolgt nicht mit Gewalt. Der Schließmuskel wird allmählich entspannt, nicht durch Druck.
  • Position. Am einfachsten ist es, sich auf die Seite zu legen und die Knie anzuwinkeln oder in die Hocke zu gehen. Der Finger wird langsam eingeführt, die Spitze zeigt nach vorn in Richtung Bauch.
  • Nur die Berührung. Die Prostata fühlt sich wie ein runder, festerer Bereich an. Die Bewegung sollte sanft, kreisförmig oder wie ein Fingerschnippen sein, niemals mit starkem Druck. Ein paar Minuten genügen.

Schmerzen sind kein Zeichen dafür, dass die Behandlung wirkt. Schmerzen sind ein Zeichen dafür, dass sie abgebrochen werden sollte.

Kontext des Vergnügens

Bei manchen Männern löst die Stimulation der Prostata ein extrem intensives Gefühl aus, bei anderen einen Orgasmus ohne Berührung des Penis. Bei wieder anderen bewirkt sie fast gar nichts. Beide Reaktionen sind häufig und kein Anzeichen für gesundheitliche Probleme.

Falls Hilfsmittel verwendet werden, sollten diese über einen ausgeprägten Sockel verfügen, der das Eindringen von Fremdkörpern im Ganzen verhindert. Dies ist keine übertriebene Vorsichtsmaßnahme, sondern der häufigste Grund für Notaufnahmen in diesem Zusammenhang.

Was eine Prostata-Massage nicht ist

Es ersetzt keine Untersuchung. Es behandelt keine vergrößerte Prostata, senkt nicht den PSA-Wert und beugt keinem Prostatakrebs vor. Bei Schwierigkeiten beim Wasserlassen, schwachem Harnstrahl, häufigem nächtlichem Harndrang oder Blut im Urin ist eine urologische Untersuchung ratsam, nicht eine Massage.

Das Gleiche gilt für Erektionsprobleme. Sie können ein frühes Anzeichen für Gefäßerkrankungen oder Diabetes sein, worüber wir in dem Artikel geschrieben haben. Erektile Dysfunktion und ihre Ursachen.

Knapp

  • Die Prostata ist durch die vordere Wand des Rektums zugänglich, etwa 5 bis 7 cm nach innen.
  • Als Therapie ist die Evidenzlage schwach und sie wird nicht standardmäßig empfohlen.
  • Bei akuter bakterieller Prostatitis ist es nicht nur nicht empfehlenswert, sondern auch gefährlich.
  • Nägel, Handschuhe, reichlich Gleitmittel, keine Gewalt.
  • Schmerz bedeutet Stopp, er bedeutet nicht, dass es funktioniert.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert